Kontovollmacht oder Gemeinschaftskonto?

Deine neue Girokonto Alternative

Bankgeschäfte über ein Konto können auch von mehreren Personen getätigt werden. Ob es sinnvoller ist, ein Gemeinschaftskonto zu eröffnen oder eine Kontovollmacht zu erteilen, hängt vom Bedarf und dem Vertrauensverhältnis zwischen den Beteiligten ab.

„Das Gemeinschaftskonto und die Vollmacht haben unterschiedliche rechtliche und praktische Konsequenzen, die es zu beachten gilt“, erklärt Martina Kliege, Leiterin der Abteilung Qualitätssicherung bei der PSD Bank* „Im Falle eines Gemeinschaftskontos sind mindestens zwei Personen Kontoinhaber. Der Inhaber eines Einzelkontos kann auch eine Vollmacht für das Konto ausstellen und damit eine andere Person bevollmächtigen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Nutzungsvorteile“.

Das Gemeinschaftskonto – nicht nur für Ehepaare interessant

Gemeinsame Konten werden vorzugsweise von Ehepaaren genutzt, obwohl eine Beziehung keine Voraussetzung für ein gemeinsames Konto ist. „Es muss aber ein ausreichendes Vertrauensverhältnis zwischen den Nutzern bestehen“, betont Martina Kliege. Die Vorteile sind die Einsparung von Gebühren für mehrere Konten und die unkomplizierte Übersicht über gemeinsame Ausgaben und Einnahmen. Darlehen können auch über ein gemeinsames Konto aufgenommen werden.

Wer hat Zugriff auf das Konto?

Der Vorteil eines Gemeinschaftskontos besteht darin, dass jeder Kontoinhaber unabhängig über das Konto verfügen kann, was ein entsprechendes Vertrauensverhältnis voraussetzt. Im Falle eines Missbrauchs durch einen der Kontoinhaber können die anderen Kontoinhaber den Rechtsweg beschreiten.
Zinserträge, die auf einem Gemeinschaftskonto erwirtschaftet werden, gehören allen Personen gleichermaßen. Kredite und damit verbundene Sollzinsen müssen ebenfalls von allen Kontoinhabern getragen werden.

Macht der Banken: Vertrauen ist entscheidend

„Der wesentliche Unterschied zwischen Gemeinschaftskonten und einer Vollmacht liegt in den Folgen der Handlungen des Vertreters“, erklärt Martina Kliege. Ein entsprechendes Vertrauensverhältnis vorausgesetzt, kann eine Kontovollmacht im Alltag sehr nützlich sein, zum Beispiel wenn der Kontoinhaber erkrankt oder aus anderen Gründen nicht in der Lage ist, Bankgeschäfte selbst zu erledigen. Wer einer anderen Person eine Vollmacht erteilt, muss sich jedoch darüber im Klaren sein, dass der Bevollmächtigte über die erteilten Kredite verfügen kann und dass dies ausschließlich zu Lasten des Inhabers geht. Der Bevollmächtigte darf jedoch das Konto nicht auflösen oder weitere Vollmachten an Dritte erteilen.


Eine Vollmacht kann vom Kontoinhaber jederzeit widerrufen werden, sie kann aber auch nach dem Tod des Kontoinhabers gültig sein. Darüber hinaus können Vollmachten erst nach dem Tod des Kontoinhabers wirksam werden.
Was passiert aber, wenn eine Vollmacht benötigt wird, aber nicht verfügbar ist, z. B. bei plötzlicher Krankheit des Kontoinhabers? „In Ausnahmefällen, wenn der Kontoinhaber entmündigt ist, wird ein Gericht einen Vertreter bestellen, der die Bankgeschäfte im Namen des Kontoinhabers durchführt“, sagt Kliege. Dies kann zeitaufwendig sein, weshalb die Bank ihren Kunden empfiehlt, vorsorglich eine Bankvollmacht auszustellen.